Ein Jahr, das bleibt – Der Jahresrückblick der Heimbel

Was passiert, wenn eine Mannschaft nicht nur Fußball spielt, sondern anfängt, an sich selbst zu glauben?

Wenn Siege selbstverständlich werden, Rückschläge zusammenschweißen und aus elf Spielern eine Einheit entsteht, die sich weigert, Spiele – oder sogar ganze Jahre – einfach so herzugeben?

Die Antwort darauf ist dieses Fußballjahr der Heimbel.
Ein Jahr voller Wendepunkte, voller Emotionen und voller Momente, die bleiben. Ein Jahr, das sich tief in die Geschichte der Heimbel eingebrannt hat – und dort auch bleiben wird.

Überragende Hinrunde, Umbruch im Winter – und ein erster Prüfstein

Die Ausgangslage hätte kaum besser sein können. Nach einer überragenden Hinrunde mit 41 Punkten aus 16 Spielen überwinterte die Heimbel als Spitzenreiter der Kreisliga C, Gruppe 2. Der nächste Verfolger, TuS Frickhofen II, lag mit sechs Punkten Rückstand auf der Lauer. Sportlich schien alles bereitet, doch das neue Jahr brachte mehr als nur neue Spiele.

Im Winter verließ Dennis Rohmann den Verein, und die Karten wurden neu gemischt. Antoine Grund rückte stärker in die Verantwortung der 1. Mannschaft, Michael Stricker übernahm federführend die Heimbel, während Sascha Lanzel fortan als Co-Trainer und Torwarttrainer unterstützte. Verantwortung, Entscheidungen und Druck verteilten sich nun auf drei Schultern – eine Konstellation, die funktionieren musste. Und sie funktionierte.

Der Restart nach der Winterpause wurde zur ersten Standortbestimmung. Gegen die SG Heringen/Mensfelden II, die der Heimbel in der Hinrunde noch ein 2:2 abgerungen hatte, ließ man keinen Zweifel aufkommen. Mit einem klaren 6:0-Heimerfolg, bei dem Miles Schmitt doppelt traf, meldete sich die Mannschaft eindrucksvoll im Jahr 2025 an – und machte deutlich, wohin die Reise gehen sollte.

Der Marsch zur Meisterschaft – Woche für Woche ein Statement

Was folgte, war kein Zufall. Es war ein konsequenter, entschlossener Marsch durch die Liga.
Das Derby beim FCA Niederbrechen III endete in einem 9:0-Auswärtssieg, bei dem Christian Michel gleich fünf Treffer erzielte. Ein Ergebnis, das sinnbildlich für die Dominanz dieser Mannschaft stand.

Woche für Woche wuchs das Selbstverständnis, Woche für Woche festigte sich der Glaube an die eigene Stärke. Lediglich beim 3:3 gegen Dietkirchen III ließ man Punkte liegen, doch auch dieses Spiel brachte die Heimbel nicht aus dem Rhythmus.

Der Moment, der alles krönte, folgte am 11. Mai auf dem Kunstrasenplatz in Hausen. Im Spitzenspiel beim FC Waldbrunn III geriet die Heimbel früh in Rückstand, doch anstatt zu wanken, zeigte die Mannschaft ihre ganze Reife. Til Eckert erzielte drei Treffer, Jonas Kremer, Kapitän Lukas Schneider und Christian Michel legten nach. Mit dem 6:1-Erfolg wurden Aufstieg und Meisterschaft bereits vier Spieltage vor Saisonende perfekt gemacht – ein Moment purer Ekstase.

Die verbleibenden Spiele wurden souverän zu Ende gespielt, ohne dabei die sportliche Haltung zu verlieren. Beim abschließenden 2:0-Erfolg bei der SG Oberlahn erhielten auch Spieler ihre verdienten Einsatzminuten, die zuvor weniger im Fokus standen. Unter ihnen Mannschaftsliebling Stefan Goldobin, der erstmals das Trikot in Gelb und Schwarz trug.

Abschiede, Rückkehrer und der Mut zum nächsten Schritt

Der Sommer brachte Feiern, Stolz und Emotionen – aber auch Veränderungen. Michael Stricker verabschiedete sich nach langer Zeit aus dem Traineramt und tat dies standesgemäß mit einer Meisterschaft. Sascha Lanzel rückte wieder stärker in die Rolle des Torwarttrainers und Co-Trainers der Heimbel zurück. Antoine Grund machte sich auf die Suche nach Verstärkung für das Trainerteam und fand sie dort, wo sie hingehörte.

Mit Simon Leimpek kehrte ein alter Bekannter nach einem Jahr bei der SG Taunus zurück nach Oberbrechen und komplettierte das Trainerteam. Parallel übernahm Viktor Iterman die Verantwortung für die 1. Mannschaft. Die Weichen für die Zukunft waren gestellt.

Mit der Kreisliga B wartete eine neue Realität: höheres Tempo, mehr Qualität und größere Herausforderungen. Doch intern war man sich einig, dass der vorherige Abstieg lediglich ein Betriebsunfall gewesen war – und genau diesen wollte man nun korrigieren.

Rückschläge, Schmerz und ein goldener Herbst

Der Start in die neue Saison setzte direkt ein Ausrufezeichen. Beim TuS Linter gelang ein überzeugender 6:2-Auswärtssieg gegen eine Mannschaft, die selbst zu den Aufstiegsfavoriten gezählt wurde. Doch ebenso schnell wurde klar, dass diese Liga keine Geschenke verteilt.

Bei der Union verspielte die Heimbel eine 3:1-Führung und musste sich nach Platzverweis in Unterzahl mit einem 3:3 begnügen. Patrick Schmitt traf dreifach vom Punkt, Martin Rudloff sah die Rote Karte. Es folgte der Kirmessieg gegen die SG Oberlahn II, ein 5:2-Erfolg, der trotz eines kuriosen Eigentors für ausgelassene Stimmung sorgte.

Die 1:4-Niederlage bei der SG Hirschhausen/Bermbach brachte die Mannschaft jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. An Einsatz und Wille mangelte es dennoch nie. Sinnbildlich dafür stand Lukas Schneider, der sich eine Platzwunde zuzog, blutverschmiert am Boden lag und dennoch mit Turbanverband weiterspielte – aus purer Leidenschaft für diese Mannschaft.

Aus dieser Phase heraus entwickelte sich ein beeindruckender Lauf. In Drommershausen entlud sich der Frust in einem klaren 5:0-Auswärtssieg, bei dem Neuzugang Rafael Morim nach Meniskusverletzung direkt doppelt traf. Es folgte ein goldener Herbst mit Siegen in Weinbachtal, doppelten Derbysiegen gegen den FCA Niederbrechen II, dem Einzug ins Pokal-Halbfinale und einem 7:1-Kantersieg in Linter.

Spiele für die Ewigkeit, nackte Zahlen – und ein Versprechen

Das Spitzenspiel bei der SG Oberlahn II wurde zum emotionalen Höhepunkt des Jahres. Nach einer völlig desorientierten ersten Halbzeit lag die Heimbel mit 2:5 zurück. Doch die zweite Halbzeit zeigte eindrucksvoll, was diese Mannschaft auszeichnet. Tore von „Altstar“ Gabriel Cuomo, Benedikt Speier und Mentalitätsmonster Steve Hönscher sorgten für den Ausgleich und ließen die Partie kippen.

Fünf Minuten vor Schluss bekam die Heimbel einen Freistoß aus vielversprechender Position zugesprochen. Mike Lorse täuschte den Abschluss an, verlud den Torhüter, und Simon Leimpek verwandelte eiskalt zum 6:5. Ein verloren geglaubtes Spiel war gedreht, die Tabellenführung nicht nur verteidigt, sie war ausgebaut.

Zum Jahresabschluss setzte die Heimbel ein weiteres Ausrufezeichen. Mit einem deutlichen 8:2 gegen den direkten Verfolger FSG Bad Camberg/Dombach verabschiedete sich die Mannschaft in die Winterpause. Simon Leimpek traf dreifach und übernahm die Führung in der Torjägerliste.

Die Zahlen dieses Jahres sind beeindruckend: Meisterschaft in der Kreisliga C mit 120:18 Toren, Aufstieg, Tabellenführer der Kreisliga B mit 46 Punkten nach 17 Spieltagen. Wettbewerbsübergreifend stehen im Jahr 2025 29 Spiele, 26 Siege, zwei Unentschieden 137 geschossene Tore und nur eine Niederlage zu Buche. Die letzte Heimniederlage datiert vom 26. Mai 2024.

Was bleibt, ist Stolz. Kein Hochmut, keine Arroganz – sondern der ehrliche Stolz auf eine Mannschaft, die verstanden hat, was möglich ist, wenn man zusammensteht.
Und eines ist sicher: Diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.